477. Tag
- siddhiroth
- 18. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Die Nacht in einem gemütlichen Bett mit Matratze und Kissen zu schlafen war sehr schön und so standen wir erholt auf und machten uns bereit für den Tag. Nach einem reichhaltigen und ausgiebigen Frühstück Pita, Müsli und gebratenen Nudeln, entschieden wir uns, auf die Spuren der Geschichte von dieser Stadt zu gehen.
"Jaipur" ist bekannt für seine Forts, Tempel und ihre Handwerker, was wir später selbst noch erfahren und miterleben durften.
Am Anfang besichtigten wir das „Amber Fort“. Den Namen trägt es wegen der gelb-orangen Farbe, die es durch den Sandstein und Marmor bekam. Einst war es der Wohnkomplex von den „Maharajas“ aus „Rajput“. Einer davon, Raja Man Singh“, hatte damals 12 Frauen und liess deshalb einen Trakt mit 12 Schlafzimmern bauen, welche alle direkt mit seinem eigenen Schlafzimmer verbunden wurden.
Anschließend besuchten wir das „Panna Meena ka Kund“. Das ist ein alter Brunnen, mit vielen Treppen, die nach unten führen. Deshalb spricht man auch von einem Treppenbrunnen.
Gleich in der Nähe war der Tempel „Shri Jagat Shiromani Ji“. Da wir in den Tempel reingehen wollten, mussten wir die Schuhe abziehen. Wir waren sehr froh, hatten wir noch unsere Socken an, denn der Boden sah definitiv nicht frisch geputzt aus.
Im Tempel begrüßte uns ein Priester. Er erklärte uns, dass es drei sehr wichtige Götter, Brahma - der Schöpfer des Universums, Vishnu - der Erhalter und Beschützer des Universums und Shiva - der Zerstörer und Erneuerer, gibt. Der Hinduismus hat noch viele weitere wichtige Götter. Als ich mich etwas damit befasst hatte, merkte ich, dass die religiösen Ansichten und Glaubensansätze ein großes, umfassendes Thema sind und ich mich später damit noch genauer beschäftigen möchte.
In unserer Reise durften wir die Handwerkskunst des „Block Printing“ besichtigen, wo wir eine kleine Führung durch die Werkstatt bekamen. Die Farben, welche alle aus natürlichen, pflanzlichen Substanzen (Indigo, Safran, Tamarinde) bestehen, werden mit drei bis sieben verschiedenen Stempeln, die von Hand aus Holz geschnitzt sind, aufs Tuch gedrückt. Anschließend werden die Tücher speziell gewaschen, so dass die Farbe natürlich noch am Stoff bestehen bleiben. Der ganze Prozess dauert etwa vier Tage, bis ein 10 Meter langer Stoff bereit ist zum Weiterverarbeiten.
Da uns diese Technik sehr faszinierte, schauten wir die Stoffe im großen Shop an und waren von den Farben und Mustern alle hell begeistert. Die Männer waren so begeistert, dass sie sich ein festliches, massgeschneidertes traditionelles Kleid – einen “Scherwani” – schneidern liessen. Passend zum Stoff von meinem Zukünftigen habe ich mir aus dem selben Stoff ein Oberteil für meine standesamtliche Zeremonie anfertigen lassen. Wir sind gespannt, denn morgen werden wir die fertigen Stücke sehen.
Da wir knapp zwei Stunden in diesen Räumlichkeiten waren, wollten wir als nächstes wieder etwas Sightseeing betreiben und liessen uns den Berg hoch zum „Jaigarh Fort“, wo die wohl grösste Kanone der Welt steht, fahren. Wir machten einen Rundgang über die Festungsmauer und sahen eine schöne Aussicht über das „Amber Fort“ und die umliegenden Befestigungen.
Und zum Schluss besuchten wir noch das „Nahargar Fort“, wo wir etwas essen und den Sonnenuntergang genießen konnten. Hier hatten wir eine super Sicht auf „Jaipur“, welches sich uns in seiner pinken Farbe präsentierte. Außerdem machten wir Bekanntschaft mit zwei Affen, welche uns die Wasserflasche stehlen wollten.
Am Abend kehrten wir ins Hotel zurück und ließen jeder für sich den Tag ausklingen.




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