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480. Tag

  • Autorenbild: siddhiroth
    siddhiroth
  • 22. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

"Happy Birthday to you, happy birthday to you happy birthday dear Lukas, happy birthday to you".

Wie ihr es ahnen könnt, ist heute ein ganz besonderer Tag und zwar der Geburtstag von meinem Zukünftigen.

Für mein Partner ist es vermutlich sehr komisch im Ausland den Geburtstag zu feiern und noch dazu den dritten in Folge. Für mich natürlich auch, denn gerne hätte ich etwas besonderes organisiert oder vorbereitet und durch das Reisen und dem unregelmässigen Tagesrhythmus ist dies für mich sehr schwierig umzusetzen.

So nahm ich mir vor, den Tag mit ihm und meinem Bruder so gut wie möglich zu gestalten und zu geniessen.


So startete unser Tag, nach dem wir ausgecheckt hatten, mit dem gemütlichen Aufwachen und einem entspannten Frühstück im Hotel. Es gab Toast mit Butter und Konfiture, Cerealien mit indischem Jogurt und natürlich Kaffee oder Chai.

Wir überlegten uns, was wir in „Amritsar“ noch tolles unternehmen konnten. Lukas entschied sich für den Sommerpalast des „Maharaja Rajit Singh“, und so machten wir uns auf den Weg zum Stadt viertel „Ram Bagh“

Das Museum war ziemlich klein und überschaubar was ihm aber einen Charme verlieh. Die Exhibitionsstücke erzählten von dem Leben des grossen Maharaja Rajit, der um das Jahr 1800 das erste „Sikh Empire“ gegründet und beherrscht hatte. Meistens wurden Wachsfiguren original getreu Verkleidet und in Szenen arrangiert und sahen sehr beeindruckend aus. Gerne wären wir für einen Tag in diese Zeit gereist, um sich die Begebenheiten noch besser vorstellen zu können - doch leider geht dies nun mal nicht. Wir reisten dann in eine ganz andere Richtung und zwar in die „Herritage Street“, um gemütlich in der Einkaufsmeile zu schlendern. Gemütlich war es leider nicht ganz, denn die Verkäufer belagerten uns mal wieder und wollten den ewigen "Plastik-merch" verkaufen, den wir nicht wollten. Gerne hätte ich denen gesagt, sie sollen doch anstatt dieser Plastikmist, welcher sowieso unnötig ist, für sauberes Wasser, bessere Abfallentsorgung und Sozialsystem wie Bildung investieren. Doch da die Menschen hier sehr selten oder nur gebrochen Englisch konnten, hätten sie mich und meine inovativen Ideen vermutlich sowieso nicht verstanden.

Ich finde es sehr speziell, dass all die Geschäfte (wie zum Beispiel Spielwaren und Kleidungen) die wir auch in der Schweiz haben, sich praktisch alle auf die Strasse raus verlangen und irgendwie ein Schauspiel für alle Passanten bietet jedoch aussieht, wie ein Provisorium. Für uns Touristen ist dies zwar sehr spannend, jedoch finde ich es als Tourist etwas mühsam, ständig mit Fragen belagert zu werden.


Da wir etwas aus dem Getümmel flüchten wollten, setzten wir uns auf Wunsch von Lukas ins selbe Caféfe (Churi Caffee) von gestern und machten es uns gemütlich mit Lassi, Chai, und Sandwiches. Das Café und sowohl die Aufschrift, wie auch das Ambiente drinnen, erinnerte uns stark an unser "Sturbucks" von der Schweiz. Das Esser war super lecker und auch etwas extravagant.


Nach einem ausgiebigen Abendessen, holten wir unser Gepäck im Hotel und suchten den Busparkplatz auf. Denn heute ging es mit dem Nachtbus wieder weiter nach "Jodpur".

Eigentlich hätten wir bereits im Bus „Jain-Bus“ sitzen sollen. Obwohl wir jedoch ca. 40 Minuten eher auf dem Busparkplatz waren, kam der Bus nicht zur pünktlichen Zeit. Da ich zeitgleich mit einem Kollegen telefonierte, welcher von Punjab kommt und die Sprache „Hindi“ beherrscht, konnte er dem Busunternehmen anrufen und nachfragen. Er sagte mir dann, dass der Bus angeblich bereits abgefahren sei und der Busfahrer uns nicht erreichen konnte. So kam uns die Idee, in letzter Minute drei Plätze in einer Busgesellschaft zu buchen. Dieser Begriff „last Minute“, bekam nun endlich mal eine wahrhaftige Bedeutung und so suchten wir uns in einer Hast ein Tuc Tuc, um zu einem anderen Busbahnhof am „Golden Gate“ zu belangen. Ich fühlte mich auf dem Fahrzeug wie in einer Verfolgungsjagt von einem „James Bond - Film“ oder „Chacky Chan“ und so rasten wir durch die Stadt.

Als wir ankamen, war leider der Bus bereits abgefahren, jedoch half uns eine andere Person, welcher den Busfahrer anrief. So sassen wir etwas erschöpft nach einer viertel Stunde nun tatsächlich im Bus nach „Jodhpur“ wo wir uns etwas ausruhen konnte.


Eigentlich hätten wir gerne geschlafen, doch es passierte nochmals etwas merkwürdiges, komisches und zugleich lustiges.

Im Bus machten wir durch einen kleinen Jungen, welcher durch die Gänge herumkletterte, Bekanntschaft mit einer indischen Familie. Wir lernten erstmal den Vater des Jungen kennen und nah dis nah kamen erschienen plötzlich noch mehr Familienmitglieder, die alle durcheinander sprachen und herumwuselten. Die Familie verstand kein Englisch und wir kein Hindi und so war unsere Konversation etwas chaotisch. Ich fühlte mich wie in einem „Bollywood-Film“, in welchem man leider nichts verstand. Die Familie schien sehr lustig und nett und trotz der Sprachbarriere unterhielten wir zwei Stunden und erklärten uns mit Händen und Füssen - bis wir alle müde, erleichtert und glücklich ins Bett fielen.


Ich bin super glücklich, dass wir bis jetzt so viele spannende Dinge erleben durften und es uns allen gut geht. Ich freue mich auf jeden weiteren abenteuerlichen Tag und auf spannende Erlebnisse mit meinen Liebsten. Ich hoffe, dass auch für die anderen beiden und vor allem Lukas, der Tag erfüllend war.



 
 
 

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